Verzeichnis einiger Verluste

Schalansky, Judith

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Die Welt­ge­schich­te ist vol­ler Din­ge, die ver­lo­ren sind — mut­wil­lig zer­stört oder im Lauf der Zeit abhan­den­ge­kom­men. In ihrem neu­en Buch wid­met sich Judith Schalan­sky dem, was das Ver­lo­re­ne hin­ter­lässt: ver­hall­te Echos und ver­wisch­te Spu­ren, Gerüch­te und Legen­den, Aus­las­sungs­zei­chen und Phan­tom­schmer­zen. Aus­ge­hend von ver­lo­ren­ge­gan­ge­nen Natur- und Kunst­ge­gen­stän­den wie den Lie­dern der Sap­pho, dem abge­ris­se­nen Palast der Repu­blik, einer aus­ge­stor­be­nen Tiger­art oder einer im Pazi­fik ver­sun­ke­nen Insel, ent­wirft sie ein natur­ge­mäß unvoll­stän­di­ges Ver­zeich­nis des Ver­schol­le­nen und Ver­schwun­de­nen, das sei­ne erzäh­le­ri­sche Kraft dort ent­fal­tet, wo die her­kömm­li­che Über­lie­fe­rung versagt.

Die Prot­ago­nis­ten die­ser Geschich­ten sind Figu­ren im Abseits, die gegen die Ver­gäng­lich­keit ankämp­fen: ein alter Mann, der das Wis­sen der Mensch­heit in sei­nem Tes­si­ner Gar­ten hor­tet, ein Rui­nen­ma­ler, der die Ver­gan­gen­heit erschafft, wie sie nie­mals war, die geal­ter­te Gre­ta Gar­bo, die durch Man­hat­tan streift und sich fragt, wann genau sie wohl gestor­ben sein mag, und die Schrift­stel­le­rin Schalan­sky, die in den Leer­stel­len ihrer eige­nen Kind­heit die Geschichts­lo­sig­keit der DDR aufspürt.

So han­delt die­ses Buch glei­cher­ma­ßen vom Suchen wie vom Fin­den, vom Ver­lie­ren wie vom Gewin­nen und zeigt, dass der Unter­schied zwi­schen An- und Abwe­sen­heit womög­lich mar­gi­nal ist, solan­ge es die Erin­ne­rung gibt — und eine Lite­ra­tur, die erfahr­bar macht, wie nah Bewah­ren und Zer­stö­ren, Ver­lust und Schöp­fung beieinanderliegen.

EAN

9783518428245

ISBN

978-3-518-42824-5

Sprache

Deutsch

Seitenanzahl

252

Autor

Erscheinungsjahr

Artikelnummer: liawolf-9783518428245 Kategorien: ,
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